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16. Juli 2011, 15:01 Music Festivals

Stephan Eicher am Live At Sunset

Christina Ruloff - Auf der Suche nach grossartigen Liedern: Stephan Eicher bezaubert seine Fans mit Charme, Ironie und seinen Hits. Und auch wenn seine Ansprüche an sich selbst stets steigen, mit seinem Talent wird Eicher auch in Zukunft gute Lieder schreiben und viel Erfolg haben.

Stephan Eicher am Live At Sunset
Eine Reise durch seine lange und unvergleichliche Karriere sollte es werden und die Songs waren entsprechend ausgesucht. Der Spass bestand nicht nur darin, eine Best of Eicher live und auf sehr hohem Niveau zu erleben; vor allem war Eicher zum Spassen aufgelegt und erzählte zu fast jedem Song amüsante Anekdoten aus dem Leben eines Künstlers. Das Publikum wiederum war entschlossen, Eicher grossartig zu finden. Insofern war das ein absolutes Wohlfühl-Konzert! Herausragend waren das festliche „Combien de temps“, das nachdenkliche „Rivière“ (nach dem Urteil einer vietnamesischen Geheimdienstlerin „eine Ode an die Faulheit“!) und natürlich „Campari Soda“, das man eigentlich immer genauso verspielt hören wollte. Die neueren Songs standen gegenüber den Klassikern kaum zurück: „Eldorado“ ist grosse Musik und „Weiss nid was es isch“ kam wunderbar elegisch rüber. Eicher hatte – und das spricht für seine Person – eine tolle Band dabei, die alle seine Scherze und Witze gutgelaunt mitmachten und nebenbei auch noch toll aufspielten. Hank Shizzoe an der Gitarre möchte man jedem Künstler ans Herz legen! Den Luxus, Heidi Happy als Begleitsängerin dabeizuhaben, kann sich wohl nur der grösste Schweizer Barde leisten.

Das Konzert war merkwürdig kurz und es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis Eicher zu der obligaten Zugabe herauskam. Nervten ihn die Publikumswünsche oder spielt er einfach aus Prinzip nie länger aus 90 Minuten? Sei’s drum – Stephan Eicher hat den Zuschauern einen grossen Gefallen getan, indem er ihm Bernhard Stirnemann, einen bekannten und kürzlich verstorbenen Berner Troubadouren vorstellte. Er spielte (eine leicht, aber offensichtlich und sehr humorvoll abgeänderte Version von) Überlebe und das „fägt“! Es hätten durchaus noch mehr solche Perlen sein dürfen und es ist schön, dass Eicher sie am Leben und in Erinnerung hält, indem er sie spielt. Aber danach kam nur noch, wenn auch sehr gekonnt „Hemmige“ – und dann war schon Schluss.

Ein anderes Lied von Bernhard Stirnemann

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