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30. August 2011, 08:22 Music Interview

Gustav: «Verdammt, du musst es probieren!»

Andreas Rohrer - Er gönnt sich keine Pause: Der Freiburger Singer-/Songwriter Gustav tourt nach seinem Überraschungserfolg in der SF-Kiste «Kampf der Chöre» non-stop durch die Schweiz. Jetzt belohnt er seine Fans mit einem Doppelalbum «Gustav» und schwang bei students.ch TV für den Song «Gegen Süden» vorbei!

Gustav: «Verdammt, du musst es probieren!»
Gustav schmeisst nur ein Jahr nach dem Mundart-Geheimtipp «666» ein Doppelalbum nach und verbringt seine Art von «Sommerferien» auf Festival-Tour. Warum er keine Pause braucht, was die neue Scheibe «Gustav» an Schätzen und Trouvaillen birgt, und warum er sich grad als Gewinner auf der Ganzen Linie fühlen darf, erzählt er students.ch Andi Rohrer im Interview.

students.ch: Gustav, erst letztes Jahr erschien das teuflische «666». Jetzt bringst du scheinbar aus dem Nichts ein Doppelalbum raus. Bist du von der Musik besessen?
Gustav: Ich hatte dieses Doppelalbum schon lange geplant. Ich mache schon ewig Musik und die Leute kennen mich aus den unterschiedlichsten Perspektiven – sei dies von der ersten Stunde, oder vom Radio, oder jetzt vom SF. Und ich muss mich immer erklären: Was macht Gustav? Ist das Mundart-Pop? Ich möchte jetzt mal zusammenfassend allen zeigen: Das bin ich, dieses Album ist Gustav in seinem ganzen Spektrum. Es zeigt auch, wie ich auf der Bühne spiele – nämlich ein riesiges Durcheinander!

Auf dem Album finden sich einige neue Versionen deiner alten Songs. War es auch für dich, Gustav selbst, ein Wiederentdecken deiner Musik?
Ja schon. Der Song «Während Marlene Schlief» ist zum Beispiel 13 Jahre alt. Wir nahmen ihn damals in einer Kapelle auf ohne wirklich zu wissen, wie das richtig funktioniert. Ich habe den Song danach nie live gespielt, weil er irgendwie nicht passte. Jetzt habe ich alles neu arrangiert zusammen mit «I Salonisti» und – shit! – das Resultat ist ein völlig neuartiger Song. Sonst habe ich viele «Lieblinge» auf der Platte. Man könnte eigentlich sagen, die Platte ist ein «Best of», aber ich hasse den Begriff. Das schmeckt nach Geld machen. Das passt nicht zu meiner Platte.

Du präsentierst auf der zweiten CD 18 «Trouvailles», darunter eine Karaoke-Version, Live-Aufnahmen und Covers. Welches ist dein Highlight?
Auf der zweiten Scheibe tobe ich mich richtig aus. Ich liebe Synthesizer und Heavy Metal, was viele nicht wissen. Mit den «Trouvailles» kann ich zeigen, dass ich früher Metal gemacht habe! «Dirty Pillow» ist heftig. Der Track zeigt meine Jugend, als wir Biohazard und solches Zeug hörten. Das war damals in! Oder auch «Zwö Gaagere» ist cool, so ein bisschen Tom Waits-inspiriert.

Hast du keine Bedenken, deine Hörer damit zu überfordern?
Nein. Das war mir schon immer scheissegal. Ich stehe quer in der Landschaft mit dem, was ich mache. Heute verkauft keiner mehr CDs, und ich komme und mache gleich ein Doppelalbum. Diese Chance werd ich nie mehr haben, also warum nicht? Guggeds euch an und seht wer ich bin!

Du hast beim biederen Schweizer Fernsehen ordentlich in der Kiste gerappelt, als du die Sendung «Kampf der Chöre» überraschend gewinnen konntest. Gab dir das den Mut, noch mehr zu experimentieren?
Ja. Die Sendung war teilweise ja schon etwas traurig. Ich bin eigentlich gar nicht der Typ für solche Familien-Kisten. Und ich hatte keine Ahnung von Chorgesang! Aber gerade deshalb war es für mich enorm wichtig, diese Grenze zu überschreiten. Mit jeder Sendung sah ich: Die Leute merken, wie ich ticke und was ich mache. Der Gipfel war «Somebody Dance With Me» von DJ Bobo. Der Militärauftritt war klar als Provokation gedacht – und schlug voll ein! Da hab ich gemerkt: Ich kann mich selber sein, und die Schweiz checkt das. Ich konnte wirklich auf der ganzen Linie gewinnen, in dieser Show.

Video: SF «Kampf der Chöre» – Gustav «Somebody Dance With Me»

Du hast scheinbar vor nichts Angst. Du spielst auch im Studio einfach mal Instrumente, die du nicht beherrscht.
Manchmal hat es mehr Charme, wenn nicht alles perfekt ist. Ich nehme gerne einfach ein Instrument in die Hand, und schau mal wie es tönt. Ich könnte nie grosse Solos reissen, aber für meine Musik reichts! Ich finde es wichtig, Dinge auszuprobieren, ohne zu wissen, ob es gut kommt. Wie beim «Kampf der Chöre». Ich denke einfach immer, verdammt, du musst es probieren. Mein Weg als Musiker war steinig. Du willst ja nicht einfach vor dich herdümpeln. Und plötzlich klappts.

Und was wagt Gustav als nächstes?
Mittlerweile bin ich echt für alles offen. Ein Stichwort ist Eurovision, wofür ich schon wieder angefragt wurde. Hm, wahrscheinlich sage ich wieder «ney», aber... mal schauen! Als nächstes mache ich die Musik für ein zeitgenössisches Tanztheater wo sie so «blutt» auf der Bühne rumhopsen. Mal «gugge»!

Und wir «guggen» dir auf die Finger, Gustav. Jetzt greifst du erst mal zur Gitarre und spielst uns eins. Voilà!

Video: Gustav – «Gegen Süden» live auf der students.ch Terrasse



Videoclip: Die aktuelle Single «Ritter» von Gustav

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Gustav: Offizielle Homepage
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