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27. Oktober 2015, 21:02 Konzert Kultur Music Festivals Party

Zermatt Unplugged goes Zürich: Premiere geglückt

Dominique Rais - Während drei Tagen war Zürich erstmals Austragungsstätte des Zermatt Unplugged Kaufleuten. Das Konzept: ein erlesenes Potpourri aus Newcomern und gestandenen Künstlern gepaart mit kulinarischen Gaumenfreuden.

Zermatt Unplugged goes Zürich: Premiere geglückt
Mit dem Zermatt Unplugged Kaufleuten wurde das Erfolgsmodell des Zermatt Unplugged in einen von Zürichs geschichtsträchtigsten Klubs gebracht – mit Erfolg, wie sich vergangenes Wochenende bei der Zürcher Premiere herausstellte. Wenn auch die Festival-Besucher auf Zermatts Bergkulisse samt Matterhorn verzichten mussten, so wurde, Dank dekorativen Geschicks, doch ein Hauch Zermatt in die Limmatstadt gezaubert. So versprühte der Innenhof des Kaufleuten etwa alpinen Charme: von alten Skiern über gerahmte nostalgische Bilder bis hin zu aufgehängten Schallplatten und Gitarren. Zudem wurde das Wahrzeichen des Zermatt Unplugged, der mit Instrumenten bestückte Kronleuchter von Künstler Heinz Julen, eigens für die Veranstaltung vom Wallis ins Mittelland gebracht.

Wie beim Zermatt Unplugged, Europas grösstem Unplugged-Festival, stand auch bei seiner kleinen Schwester, dem Zermatt Unplugged Kaufleuten, nebst Ambiente und kulinarischer Freuden letztlich die Musik im Fokus. So gab sich am Auftakt-Abend «The Verve»-Sänger Richard Ashcroft die Ehre und kündigte sogleich an: „No covers tonight. I cover myself.“ Gesagt, getan. "The Drugs Don't Work", einer von Ashcrofts ersten selbstgeschriebenen Songs überhaupt, wurde mit der akustischen Gitarre auf ein instrumentales Minimum reduziert. Ein grossartiger Auftritt eines begnadeten Künstlers nahm gegen viertel nach elf ein bitter-süsses Ende. Mit einer ungewohnt bluesigen Version von „Bitter Sweet Symphony“ aus dem Jahr 1997 sorgte Ashcroft ein letztes Mal für Gänsehaut. Seine tiefe beruhigende Stimme und die melancholischen Texte waren wie Balsam für angekratzte Seelen.

Vom Klubsaal ging es im Anschluss weiter in den Festsaal zu Marlon Roudette, dem Kopf des britischen Duos Mattafix, das mit "Big City Life" vor zehn Jahren für Furore sorgte. Doch auch Solo ist der Sänger unlängst mit Songs wie „Anti-Hero“, „New Age“ und „When The Beat Drops Out“, die auch im Kaufleuten nicht fehlen durften, erfolgreich in den Charts vertreten. Kollektives Mitsingen und Kopfnicken gab es bei Roudettes Zugabe „Big City Life“, bevor im Anschluss mit DJ-Sets bis in die Morgenstunden weitergefeiert wurde.

Auch an den folgenden zwei Tagen kamen Gourmets am Zermatt Unplugged Kaufleuten sowohl musikalisch wie auch kulinarisch auf ihre Kosten. „Das hat mich am meisten erstaunt, dass ich die gleichen positiven Feedbacks von Leuten erhalten habe, die das Festival in Zermatt kennen, wie auch von Leuten, die das Festival nicht kennen. Das heisst für mich: Unser Festivalkonzept mit seiner einmaligen Mischung aus Genuss, Erlebnis, musikalischer Qualität, Bühnenästhetik und Performance funktioniert und wird vom Publikum wahrgenommen und geschätzt“, so Festivalpräsident Thomas Sterchi. Einer zukünftigen Ausgabe des Unplugged-Festivals in Zürich steht somit nichts im Weg.

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