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3. Oktober 2008, 11:36 CD / Vinyl Music

Heather Nova - The Jasmine Flower

Patrick Holenstein - Auffällig ist, dass das gesamte Album sehr subtil und nur minimal instrumentiert ist. Das mag beim ersten Hören etwas ungewohnt sein, hat aber durchaus Charme und Intensität. Was mit Sicherheit Novas Verdienst ist, gilt sie doch als talentierte Songwriterin. Ihre glasklare Sti...

Heather Nova - The Jasmine Flower
Auffällig ist, dass das gesamte Album sehr subtil und nur minimal instrumentiert ist. Das mag beim ersten Hören etwas ungewohnt sein, hat aber durchaus Charme und Intensität. Was mit Sicherheit Novas Verdienst ist, gilt sie doch als talentierte Songwriterin. Ihre glasklare Stimme ist es dann auch, die den zentralen roten Faden des Albums bildet und einen immer wieder an der Hand nimmt, auch wenn die Texte noch so düster sind. So beschreibt sie in Looking for the light die Suche nach dem Sinn des Lebens und wie sie nach dem Licht sucht, dass ihr den Weg im Leben deutet. Oder sie klagt den Krieg an. Fast ist man versucht zu sagen, das gehört heute für einen Musiker, der etwas auf sich hält, doch zum guten Ton, aber Nova packt das Thema sensibel und aus jener Richtung an, die einen leer schlucken lässt. „You say no Sacrifice too great but every soldier ist a mother’s son“, singt sie und wen immer sie anspricht, man hofft, dass er ihr auch zuhört. Gegen Ende entdeckt sie aber doch die Hoffnung, wenn auch sehr abstrakt, aber sie steht ihr gut. In If I should die erklärt sie jemandem, dass auch wenn sie sterben wird, die Sonne weiter scheint und tröstlich fügt sie an: „and when you want to reach me, just feel the sun in your face.“ Mit Always Christmas, dem letzten Song, wird es dann doch noch fröhlich, fast versöhnlich. Es scheint, als gäbe es auch für Heather Nova einen bisschen Hoffnung. „It’s always christmas when i feel this way“, singt sie engelsgleich, vergisst dabei aber auch nicht die anderen: „Pray the angels come and bring this world a little peace“. Amen ist man versucht zu sagen.

Mit The Jasmine Flower gelingt der Sängerin von den Bermudas ein melancholisches Album voller kleiner Perlen, die ihre ganze Schönheit nur entfalten, wenn es gelingt, sich darauf einzulassen. Die teils kargen Arrangements kreieren neben der klaren Stimme eine Art Pas de Deux, der die ganze Klasse von Heather Nova deutlich macht. Teilweise fühlt man sich etwas an Sarah MacLachlan erinnert und das steht The Jasmine Flower gut. Einziger Schwachpunkt des Albums ist leider, dass durch die karg inszenierten Instrumente vieles ähnlich klingt und über die komplette Albumlänge die Vielseitigkeit etwas zu kurz kommt, aber dieses Problem haben auch andere.

http://www.heathernova.com

Hörprobe auf CeDe.ch

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