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5. April 2009, 18:52 Konzert Music

Review: Pharoahe Monch / Black Milk / Elzhi @ Rote Fabrik

Oliver Kaftan - Es hatten sich noch nicht viele Leute in der Aktionshalle der Roten Fabrik eingefunden als der begnadete Lyriker Elzhi von Slum Village zum Mikrofon griff, um die Menge auf den HipHop-Abend einzustimmen. Der Detroiter Rapper hat zwar bei weitem noch nicht den Status eines J Dilla...

Review: Pharoahe Monch / Black Milk / Elzhi @ Rote Fabrik
Es hatten sich noch nicht viele Leute in der Aktionshalle der Roten Fabrik eingefunden als der begnadete Lyriker Elzhi von Slum Village zum Mikrofon griff, um die Menge auf den HipHop-Abend einzustimmen. Der Detroiter Rapper hat zwar bei weitem noch nicht den Status eines J Dilla erreicht, konnte aber vom ersten Augenblick an zeigen, dass er durchaus das Ideengut von Slum Village weiter zu repräsentieren vermag. Dies hatte er zwar schon letztes Jahr mit seinem ersten Solo-Album The Preface bewiesen, nun aber mit seiner Live-Performance bekräftigt. Die Leichtigkeit und Präzision, mit welchen er seine Reime servierte, war beeindruckend und kam in Songs wie Growing Up oder Save Ya sehr schön zum Ausdruck. Nebenbei kündigte Elzhi an, ein Mixtape zu veröffentlichen, wo er über Nas‘ Illmatic Instrumentals texten wird und bot diesbezüglich natürlich auch einige Kostproben an.

Als dann die Intro-Melodie (Long Story Short) von Tronic ertönte und Black Milk die Bühne betrat, hatte man den Eindruck, dass sich die Menge schlagartig verdoppelt hatte. Mit Overdose injizierte er ihr sofort den Drang, die Hände nach oben zu strecken und im Takt der Musik zu wippen. Neben den vielen Songs von Tronic spielte er viele Tracks von seinem Vorgänger-Album Popular Demand und so war es eine angenehme Mischung zwischen alt bekannten und neueren Tracks, die sehr gut beim Publikum ankam. Black Milk erinnerte während der Show immer wieder daran, dass er nicht nur Rapper, sondern auch Produzent ist, indem er sich hinter seine MPC stellte und mit wenigen Tastendrücken die Menge zum toben brachte.

Das Publikum konnte sich schliesslich überhaupt nicht mehr am Boden halten als sie Pharoahe Monch erblickte. Der Klassiker Simon Says wurde gleich zweimal gespielt, wobei man öfters den Fuss des Nachbarn auf seinem spürte, sich davon aber nicht stören liess, da man ihm sowieso zuvor schon auf seinen Fuss gesprungen war. Leid tun konnten einem da nur jene Wenige, die sich, aus welchen Gründen auch immer, nicht bewegten und folglich nur einstecken mussten. Pharoahe Monch spielte beinahe jeden Track von Desire und erhielt dazu die Unterstützung von zwei stimmkräftigen Background-Sängern. Imposant war auch die Darbietung von Klassikern wie My Life oder The Truth, welche den Zuhörer daran erinnerten, wie gut HipHop sein kann.

Es gibt nur wenige Gelegenheiten, drei HipHop-Underground-Stars an einem Abend in Zürich zu erleben. Dieses Wochenende sorgte die Rote Fabrik jedoch für eine solche Gelegenheit, und zwar in einer Länge von über zwei Stunden. Das Trio spielt am kommenden Donnerstag (9. April 2009) noch ein Konzert im Bieler Volkshaus. Dabei zu sein lohnt sich auf jeden Fall!

Pharoahe Monch - Official Web Site

Black Milk bei MySpace Music

Elzhi - Official Web Site

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