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26. August 2010, 00:00 FREE!

Studieren = frei sein?

students Redaktion - Das Studium. Ein Knochenjob oder die letzte Insel der Freiheit im Karriereorientierten Alltag junger Menschen? Ist Studieren Musse oder Müssen? Eine Jekyll-und-Hyde-Situation.Ich, Studentin. Ich teile meinen „Arbeitsort“ täglich mit hunderten von interessanten und – im Ve...

Studieren = frei sein?
Das Studium. Ein Knochenjob oder die letzte Insel der Freiheit im Karriereorientierten Alltag junger Menschen? Ist Studieren Musse oder Müssen? Eine Jekyll-und-Hyde-Situation.

Ich, Studentin. Ich teile meinen „Arbeitsort“ täglich mit hunderten von interessanten und – im Vergleich zum optischen Angebot im Normalbüro – äusserst attraktiven Menschen. Ich lerne wöchentlich neue Leute kennen, esse günstig in der Mensa, bin auf Parties nie allein, schlafe an mindestens vier Tagen der Woche aus. Ein „strenger“ Tag besteht aus 6 Stunden Vorlesung und jede Stunde habe ich 15 Minuten Pause. Bin ich zu lasch, bleibe ich zu Hause und zähle: 1 Absenz, two to go. Mein nächster Abgabetermin ist in drei Wochen, also tu ich doch heute mal nichts in die Richtung. Fast alles, was ich mache, mache ich gerne und aus persönlichem Interesse. Jobs sind unregelmässig, mässig gut bezahlt, dafür cool.

Ich, die selbe Studentin. Ich nehme kaum jemals eine Mahlzeit zu mir, ohne währenddessen irgendein Print-Out zu lesen. Gabel in der rechten Hand, Leuchtstift links. Manchmal vergesse ich sogar ganz zu essen. Während jeder Tram-Fahrt lese ich Bücher, Papers, Skripts, etc. Ich lese kaum für die Freizeit, da Hirn und Augen eigentlich mit Uni-Stoff ausgebucht sind. In meinem kleinen Zimmer stapeln sich Power-Point Handzettel und Fotokopien. Ich schiebe einen riesigen Haufen Wissen vor mir her, teilweise in den beschriebenem Schriftstücken sichtbar, ein noch viel grösserer Teil in meinem Kopf. Wohin nur damit? Ich verpasse jedes zweite Training, weil ein unregelmässiger Abgabetermin oder Job dazwischenkommt. Wochenenden kenn ich nur als soziale Konvention, so richtig frei habe ich nie. Geld brauche ich, wenig zwar, aber Lohnarbeit muss sein. Das Einkommen wird hochgerechnet, die Saldovorschau mit auf den Monat runtergerechneten Anteilen der Semestergebühren akribisch kontrolliert. Reisen werden erwägt, selten gemacht. Wo soll ich noch sparen? Beim Ausgehen. Ehrlich, das klappt nicht.

Wie erlebst du dein Studium? Ist es das süsse Leben in Unabhängigkeit oder einfach nur stressiges Suchen nach guten Noten und etwas Geld? Stimmt ab!

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Kommentare
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ROHRER 26.08.2010 um 20:06
Die Deutschen sagen: Wissenschaftlich belegter Knochenjob! http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,690718,00.html