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19. Juni 2013, 21:21 CD / Vinyl Music

Mount Kimbie zeigen Euch den Post-Dubstep

Fabian Keller - «Half-Step», «Brostep» oder «Post-Dubstep» noch nie gehört? Dann bist Du wohl noch nie an Mount Kimbie geraten. Höchste Zeit eine Lektion in Sachen «Post-Dubstep» dazuzulernen. Am besten mit dem grade eben erschienenen Longplayer «Cold Spring Fault Less Youth». Klingt auch schon ganz «post», nicht?

Mount Kimbie zeigen Euch den Post-Dubstep
Mount Kimbie sind die zwei Engländer Dominic Maker und Kai Campos, welche die englische Dubstep Szene seit 2010 gehörig aufwirbeln. Sosehr, dass selbst «The Guardian» nicht wirklich die richtigen Worte für Ihre Musik findet. Das Blatt beschreibt Mount Kimibie's Musik mit den Worten «explorative Abspaltung von basslastigem Dubstep hin zu einem helleren, diesigeren Stil elektronischer Musik, reich an schläfrigem Ambiente und zerhackten Grundtönen» (The Guardian, 2011). Und auch darunter kann man sich nur Ungefähres erahnen.

Dass hinter ihrem Sound viel mehr steckt, beweist das Duo mit dem eben auf Warp Records erschienen Longplayer «Cold Spring Fault Less Youth». Auf 11 Tracks, die unterschiedlicher nicht sein können, wird der geneigte Hörer durch alle Tiefen und Höhen eines gemütlichen, beatlastigen Clubabends mitgenommen.

Die akustische Reise beginnt mit dem langsam, schleppenden «Home Recording», welches mit aber gerade deshalb nicht verleidet, weil sich der Beat innerhalb der fünf Minuten konstant zu den Vocals in Geschwindigkeit und Rythmus anpasst, um gleich anschliessend in das gleichmässig getaktete, von elektronisch HipHop angehauchten «You Took Your Time», mit einem featuring von King Krule, überzugehen.

Das erst etwas langweilige, beinahe Chillout mässige «Break Well» mag sich beim ersten hinhören wirklich als langweilig ausgeben. Nach mehrmaligem Hören und besonders ab Minute 3 nimmt «Break Well» gehörig an Fahrt auf und geht in das meiner Meinung nach beste Stück der ganzen Scheibe über: «Blood and Form». Das kommt irgendwie so ganz ohne typischen Bass aus, haut aber mitten auf die Fresse. Müsste man jemandem «Four to the Floor» erklären, wäre dieser Track das EXEMPEL. Der Track funktioniert vielleicht grade deshalb so gut, weil die harten Beats sich mit soften, souligen Vocals der Jungs duellieren und alles, wirklich ALLES 4/4 ist.

Mit derselben Geschwindigkeit geht es noch etwas raviger mit «Made To Stray» weiter. Ebenfalls mit sanften Vocals, aber deutlich clubbiger und fast schon etwas oldschoolig angehaucht. Das führt fast zu einem Bruch des Hörflusses beim Übergang zum stark jazzig, beatlastigen «So Many Times, So Many Ways». Dafür gehts konsequent auf Beats und Deephouse Elemente reduziert mit «Lie Near» ohne grosse Aufregung weiter.

Eine letzte spannende Wendung nimmt die Scheibe mit «Meter, Pale, Tone» einmal mehr mit den coolen Vocals von King Krule ein. Irgendwie HipHop, so mit elektronisch drin, irgendwie aber auch eher mit Dschungelrythmen. Keine Ahnung wie man das erklären soll, am besten selber reinhören. «Slow» ist ebenfalls schwierig einzuschätzen, da irgendwie sehr post-wasauch immer. Abstrakt, Beats die nicht wirklich eingeordnet werden können. Spass machts trotzdem.

Garantiert übercool kommt der zweitletzte Track «Sullen Ground» an, was so viel wie «düsterer Grund» heisst. Ausschliesslich elektronische, dumpfe treibende Bässe lassen das Gefühl aufkommen, man drehe grade die normale allabendliche Runde im Feisar-Ship und schwebt noch einmal unter dem Radar durch die Prärie. Für die Nicht-WipEout-Gamer: leere Autobahn, schnelles Auto tuts auch als Analogie.

Zum guten Schluss noch einmal Verwirrung komplett: arythmisches Piano, mit Gitarre und Bass(gitarre). Passt, irgendwie.

Aktuelle CD: Mount Kimbie – Cold Spring Fault Less Youth
Offizielle Website: MountKimbie.com

Bild-/Videoquellen: Offizelle Pressebilder/BoilerRoomTV Official

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