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9. August 2015, 15:57 CD / Vinyl Music

Jack Savoretti bestätigt seinen Ruf

Patrick Holenstein - Der Engländer Jack Savoretti hat vor ein paar Wochen mit «Written In Scars» sein aktuelles Album veröffentlich. Es überzeugt. Dabei stand die Karriere des Songwriters vor ein paar Jahren auf wackligen Beinen.

Jack Savoretti bestätigt seinen Ruf
In vielen Künstlerbiografien gibt es einen Punkt, einen Moment, einen Abschnitt im Leben der elementar ist, um die Attitüde zu finden, die sie schlussendlich als Artist definieren. Im Fall von Jack Savoretti war es der Moment der Verweigerung. Er hatte schlicht keinen Bock mehr auf die brotlose Kunst und trat auf der Stelle. Also kehrte er der Musik den Rücken und plötzlich sprudelten die Songs aus ihm heraus. Schnell avancierte er zum Liebling der Londoner Indie-Szene und legte mit «Before The Storm» 2013 das Debüt vor. Seither ist der gute Jack aber keineswegs stillgestanden, hat im Gegenteil emsig am Nachfolger gearbeitet und wir wissen ja alle, dass es nicht so einfach ist, ein erfolgreiches Debüt zu toppen. Savoretti gelingt das Kunststück.

«Written in Scars» heisst die Scheibe und sie klingt wunderbar befreit und schwerelos. Etwa die erste Single «Tie Me Down». Als Einstieg hört man nur den Gesang von Jack, vielleicht noch einige Keyboardakkorde und eine Gitarre klimpert auch noch dazwischen. Dann legt das Schlagzeug los und treibt den Song gnadenlos nach vorn. «Behind the cloth, behind the paint. Behind the flesh and bones. Behind the laufther and the pain. Behind the eyes lies my Soul.» So klingt Jack Savoretti heuete und so locker leicht seine Melodien sind, die Texte haben durchaus nachdenkliche Züge.

Jack Savoretti hat eine Stimme, die dunkel und markant ist und von der man glaubt, sie schon ewig lange zu kennen. Hin und wieder wird er mit Paolo Nutini verglichen, aber daran alleine kann es nicht liegen, denn Savoretti besitzt auch die «Strassenköter-Aura» eines Andy Burrows und vielleicht klingt die britische Art von Indie-Folk-Pop einfach in sich ähnlich, nicht zwingend gleich, aber irgendwie typisch. Mag alles sein. Ändert aber noch immer nichts an der Stimme, die man nur noch schwer aus dem Ohr bekommt. Erst recht nicht, wenn sie so atmosphärisch packende Songs vorträgt wie den Opener «Back To Me». Zwei Gäste sind auf dem Album ausserdem vertreten. In Form einer Coverversion von «Nobody ‚Cept You» ist Überfolkvater Bob Dylan, quasi als Reminiszenz an das eigene Idol zu verstehen, anwesend. Aber spannender ist Lissie. Die kalifornische Rockröhre ergänzt Savoretti bei «Wasted» und die beiden charakteristischen Stimmen harmonieren wunderbar.

Jack Savoretti gelingt mit dem zweiten Wurf eine Platte, die gleich ein halbes Dutzend Songs beinhaltet, die das Zeug zum stillen Klassiker haben. Zeitlos sind sie musikalisch alle. Der junge Musiker aus England hat bereits einen guten Ruf und hat sich mit «Written In Scars» erneut in den Fokus geschoben und man wünscht dem Künstler und den starken Songs, die eigentlich einen fragilen Kern haben, dass sie von sehr vielen Menschen gehört werden. Von Jack Savoretti wird man bestimmt noch hören.

Jack Savoretti - Home

  • Künstler: Jack Savorettli
  • Platte: «Written In Scars»
  • Ab sofort im Handel erhältlich.
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