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21. Februar 2017, 11:28 Kultur Movie

Berlinale 2017: Tag 3

Christine Albrecht - Was gibt es übrigens schöneres als morgens gleich nach dem Aufstehen ins Kino zu gehen? Noch ein bisschen benommen den heissen Kaffeebecher umklammernd sich in den gemütlichen Kinosessel setzen und den Tag gebührend einläuten. Frei nach dem Motto “Ein Film am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen.”

Berlinale 2017: Tag 3
An meinem dritten Tag des exzessiven Filmschauens begebe ich mich mit Kaffeeatem in die Vorstellung von The Lost City of Z. Um 9.30 kämpft sich Percy Fawcett (Charlie Hunnam) mit seinen Begleitern durch den noch unentdeckten Bolivianischen Dschungel, wo sie Spuren einer uralten Metropole zu finden glauben. In den nächsten Jahrzehnten kehrt er immer wieder nach Bolivien zurück, entschlossen diese Stadt zu finden, zuletzt mit seinem inzwischen erwachsenen Sohn Jack (Tom Holland)

The Lost City of Z von James Gray ist ein überaus unterhaltsamer Abenteuerfilm für Kinoliebhaber, die für Indiana Jones zu gross geworden sind. Zweifellos wünscht man sich, ewig-Gentleman Fawcett und seine treuen Begleiter würden endlich die mysteriöse Stadt Z finden und die Zweifler im heimischen Grossbritannien endgültig verstummen lassen. Doch, wie uns die Geschichte lehrt, kehren Percy und Jack Fawcett nach ihrem letzten Aufbruch ins Ungewisse nicht mehr wieder heim.

Birgit Minichmayr in Tiere © tellfilm, Wojtek Sulezycki

Vom Südamerikanischen Urwald ins nicht ganz so unentdeckte, aber nicht minder mysteriöse Wallis. Nicht mit Raubtieren und feindseligen Indianerstämmen, dafür mit Realitätsverlust kämpfen Anna und Nick in Tiere von Greg Zglinski.

Anna (Birgit Minichmayr) und ihr Mann Nick (Philipp Hochmair) wollen sechs Monate in einer abgelegen Alphütte im Wallis verbringen. Mischa (Mona Petri) soll währenddessen auf ihre Wohnung in Wien aufpassen.
Kurz vor dem Ziel baut das Paar einen Unfall mit einem Schaf. Danach ist nichts mehr wie zuvor. Was ist echt, was nicht? Warum sieht die Eisverkäuferin in Vevey plötzlich so aus wie Mischa? Und was soll die sprechende Katze?

Die Ebenen in Tiere stehen dem Dickicht des Bolivianischen Urwalds in Nichts nach. Und nur zu gerne liefert man sich dem Film aus und lässt die Eindrücke auf einen einprasseln, während man aber versucht das Puzzle wenigstens stückweise zusammenzusetzen.Doch die Schachtelei, die Greg Zglinski mit Tiere verbrochen hat, verlangt nicht danach aufgeräumt zu werden. Der Film bleibt geschicktes und faszinierendes Mysterium, auch Stunden nachdem das Saallicht wieder angegangen war.

  • The Lost City of Z (Berlinale Special)
James Gray: USA / Irland 2016
mit Charlie Hunnam, Robert Pattinson, Sienna Miller, Tom Holland

  • Tiere (Forum)
Greg Zglinski: Schweiz / Österreich / Polen 2017
mit Birgit Minichmayr, Philipp Hochmair, Mona Petri

Titebild: Charlie Hunnam in The Lost City of Z © 2016 LCOZ HOLDINGS, LLC / Aidan Monaghan

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